"Österreichische Zeitung" 4.September 1945

RU Обращение к народу И.В. Сталина 2 сентября 1945 года

2.SEPTEMBER 1945

Botschaft des Generalissimus Stalin an das Sowjetvolk

Genossen! Landsleute!

  Heute, am 2. September, haben die staatlichen und militärischen Vertreter Japans die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet. Japan, das zur See und zu Lande aufs Haupt geschlagen und von allen Seiten von den Streitkräften der Vereinten Nationen umzingelt ist, hat sich als besiegt bekannt und die Waffen gestreckt.
    Zwei Herde des Weltfaschismus und der Weltaggression hatten sich am Vorabend dieses Weltkrieges gebildet: Deutschland im Westen und Japan im Osten. Sie waren es, die den zweiten Weltkrieg entfesselten. Sie waren es, die die Menschheit und ihre Zivilisation an den Rand des Verderbens gebracht haben. Der Herd der Weltaggression im Westen wurde vor vier Monaten liquidiert, wodurch Deutschland gezwungen war, zu kapitulieren. Vier Monate später wurde der Herd der Weltaggression im Ostenliquidiert, wodurch Japan, der Hauptverbündete Deutschlands, gleichfalls gezwungen wurde, die Kapitulationakte zu unterzeichnen. 

    Das bedeutet, dass das Ende des zweiten Weltkrieges eingetreten ist. Wir können jetzt sagen, dass die für den Weltfrieden notwendigen Bedingungen bereits errungen sind. Es ist zu bemerken, dass die japanischen Landräuber nicht allein unseren Verbündeten, China, den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien, Schaden zugefügt haben. Sie fügten auch unserem Lande einen überaus ernsten Schaden zu. Deshalb haben wir Japan noch unsere besondere Rechnung vorzulegen.
    Japan begann seine Aggression gegen unser Land bereits im Jahre 1904 während des Russisch-Japanischen Krieges. Wie bekannt, machte sich Japan im Februar 1904, als die Verhandlungen zwischen Japan und Russland noch an dauerten, die Schwäche der zaristischen Regierung zunutze und überfiel unerwartet und treubrüchig ohne Kriegserklärung unser Land; es griff ein russisches Geschwader im Raum Port Arthur an, um einige russische Kriegsschiffe außer Gefecht zu setzen und dadurch seiner Flotte eine vorteilhafte Lage zu verschaffen. Und es setzte tatsächlich drei erstklassige russische Kriegsschiffe außer Gefecht. Kennzeichnend ist, dass Japan 37 Jahre später genau das gleiche treubrüchige Manöver gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika wiederholte, als es 1941 den Kriegsmarinestütz punkt der Vereinigten Staaten von Amerika Pearl Harbour überfiel und mehrere Linienschiffe dieses Staates außer Gefecht setzte. Wie bekannt, erlitt Russland damals im Krieg gegen Japan eine Niederlage. Japan aber machte sich die Niederlage des zaristischen Russlands zunutze, um ihm Südsachalin zu entreißen, auf den Kurileninseln festen Fuß zu fassen und so für unser Land im Osten alle Zugangsstraßen zum Ozean und folglich auch alle Zugangsstraßen zu den Häfen von Sowjetkamtschatka und zu Sowjettschukotien abzusperren. Es war klar, dass Japan sich die Aufgabe stellte, den ganzen russischen Femen Osten von Russland abzutrennen.
    Doch damit waren die landräuberischen Handlungen Japans gegen unser Land nicht erschöpft. 1918, nach Errichtung der Sowjetordnung in unserem Lande, überfiel Japan, das sich das damalige feindselige Verhalten Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten gegenüber dem Sowjetland zunutze machte und sich auf diese stützte, wiederum unser Land, besetzte den Fernen Osten, marterte vier Jahre lang unser Volk und plünderte den sowjetischen Fernen Osten.
   
Doch auch das war noch nicht alles. 1938 überfiel Japan wiederum unser Land im Raum des Chassansee, unweit von Wladiwostok, wobei es sich das Ziel setzte, Wladiwostok zu um zingeln, und im nächsten Jahr wieder holte Japan seinen Überfalle wieder an einem anderen Ort, im Gebiet der Mongolischen Volksrepublik in der Nähe von Chalchin-Gol, um auf Sowjetgebiet vorzudringen, unsere Sibirische Eisenbahn abzuschneiden und den Fernen Osten von Russland abzutrennen.
    Allerdings wurden die Angriffe Japans im Raum von Chassan und Chalchin-Gol von den Sowjettruppen mit Schimpf und Schande für die Japaner liquidiert. Ebenso erfolgreich wurde die japanische militärische Intervention der Jahre 1918 bis 1922 liquidiert und die japanischen Okkupanten aus dem Gebiet unseres Fernen Ostens hinausgeworfen. Doch die Niederlage der russischen Truppen im Jahre 1904 während des Russisch- Japanischen Krieges hatte im Bewusstsein des Volkes schwere Erinnerungen hinterlassen. Sie war ein schwarzer Fleck, der auf unserem Lande lag. Unser Volk hoffte und er wartete, dass der Tag kommen wird, an dem Japan zerschlagen und dieser Fleck beseitigt sein wird. Vierzig Jahre lang warteten wir Menschen der alten Generation auf diesen Tag. 
    Und nun ist dieser Tag eingetreten. Heute hat Japan sich als besiegt bekannt und die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet. Das bedeutet, dass Südsachalin und die Kurileninseln an die Sowjetunion übergehen und von nun an nicht mehr als ein Mittel zur Fernhaltung der Sowjetunion vom Ozean und als Stützpunkt für einen japanischen Überfalle auf unseren Fernen Osten dienen werden, sondern als ein Mittel zur direkten Verbindung der Sowjetunion mit dem Ozean und als ein Stützpunkt der Verteidigung unseres Landes vor der japanischen Aggression.
    Unser Sowjetvolk scheute keine Kräfte und keine Mühe für den Sieg. Wir haben schwere Jahre durchgemacht. Doch jetzt kann jeder von uns sagen: Wir haben gesiegt. Von nun an können wir unser Vaterland als befreit betrachten von der Gefahr einer deutschen Invasion im Westen und einer japanischen Invasion im Osten. Der lang erwartete Frieden für die Völker der ganzen Welt ist eingetreten.
    Ich beglückwünsche Euch, meine teuren Landsleute, zu dem großen Sieg, zu der erfolgreichen Beendigung des Krieges, zum Eintritt des Friedens in der ganzen Welt!

Ruhm den Streitkräften der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten von Amerika, Chinas und Großbritanniens, die den Sieg über Japan errungen haben!
Ruhm unseren fernöstlichen Truppen und der Pazifikkriegsflotte, die die Ehre und Würde unseres Heimatlandes behauptet haben!
Ruhm unserem großen Volke, dem Siegervolke!
Ewigen Ruhm den Helden, die in den Kämpfen für die Ehre und den Sieg unseres Heimatlandes gefallen sind!
Es lebe und gedeihe unser Heimatland!

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